"Wir wünschen allen Leuten, denen so was passiert, das große Glück, das Herr Brenner hatte." Das sagen mit Thomas Dupper und Roland Schreiber unisono zwei, die es wissen müssen. Die beiden Notfallexperten in der Rettungsleitstelle und draußen am Einsatzort waren am Mittag des 27. März mittendrin, als es darum ging, das Leben eines bekannten Passauers zu retten. Ernst Brenner war beim Tennis in der Grubweger Halle zusammengebrochen und erlitt einen Herzstillstand. Nun traf er erstmals wieder auf seinen Lebensretter.

Die Routine des erwähnten Duos sowie das herzhafte Eingreifen eines Ersthelfers und mehrere unglaublich glückliche Umstände retteten dem 67-jährigen Gastronomen das Leben. Brenners langjähriger Tennispartner und noch längerer Freund Fritz Gerstl war auf der anderen Seite des Netzes, als "der Ernstl ohne Vorankündigung plötzlich umgefallen ist", wie Gerstl das Erlebte nach dem Vorfall damals dem ein oder anderen besorgten Freund der Familie Brenner schilderte. Schnell wusste Gerstl damals, was überlebensnotwendig ist. Er informierte per Handy sofort den Notarzt.

Régis Gaudin, der auf den Beginn seiner Abo-Tennisstunde wartete und den Vorfall mitbekam, sah auf den ersten Blick, was vor Ort zu tun war. Dass er offenbar genau das Richtige tat, war einem glücklichen und fast unglaublichen Umstand zu verdanken. "Ich hatte eigentlich überhaupt keine Erfahrung. Aber nicht mal zwei Wochen vorher habe ich zufällig einen Zeitungsartikel über Erste Hilfe gelesen", sagte der viele Jahre in der Uni Passau arbeitende studierte Volkswirt und Dozent für Wirtschafts-Französisch.

Nun wollte Ernst Brenner am Tennisplatz günstigstenfalls Régis Gaudin treffen, der vier Monate zuvor als Erster den Kampf Brenners gegen den Tod aufnehmen sollte. An diesem Mittwoch war er - wie erhofft - auf der Grubweger Anlage und spielte Einzel. Die Umarmung war lang und herzlich, als er Brenner auf der Clubterrasse entdeckte. Und die Umarmung war auch schmerzfrei. Gaudin hatte dem kollabierten Brenner bei der resoluten und erfolgreichen Reanimation eine Rippe gebrochen. "Tut mir leid", sagte er nun lächelnd, als er von dem Wiedergenesenen erstmals davon erfuhr.

Text und Foto von Christian Karl